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Aus der Gemeinderatssitzung über das Projekt Kunstrasen

Ein Bericht aus der Badischen Zeitung vom 20.01.09 von E. Moosmann 

Kunstrasenplatz: Erst müssen die Sportfreunde selbst aktiv werden

Der Windener Gemeinderat ist grundsätzlich bereit, den Sportfreunden Winden einen Zuschuss für deren gewünschten Kunstrasenplatz zu gewähren. Dazu verlangt das

 Gremium jedoch einen "wasserdichten" Finanzierungsplan und mehr Eigeninitiative zur Anhebung der Eigenmittel. Bürgermeister Clemens Bieniger: "Wir werden den Kunstrasen unterstützen, aber die Sportfreunde müssen selbst aktiv werden, um bessere finanzielle Voraussetzungen zu schaffen".

Von der Jugend bis zu den Alten Herrn waren sie zur Gemeinderatssitzung vergangene Woche gekommen, mit Trainern und Betreuern, auch Albert Riester mit der Mädchenmannschaft. Mehr als 40 Personen waren es, als Willi Eble (FWV) beantragte, den Tagesordnungspunkt drei vorzuziehen, der den Antrag der Sportfreunde betraf. Vorstandsmitglied Klaus Burger(FWV) verfolgte die Debatte von der Zuhörerseite aus.

Am 30. Oktober 2008 richteten die Sportfreunde den Antrag auf einen Zuschuss für die Anlegung eines Kunstrasenplatzes an die Gemeinde. Begründung: "Der Rasenplatz wird extrem belastet, es trainieren zweimal wöchentlich 250 Personen, acht Mannschaften tragen Heimspiele aus". Außerdem warfen die Sportfreunde die Betreuung von 120 Jugendlichen in die Waagschale und mehr, bevor es um die Finanzierung von insgesamt 300 000 Euro ging. Nicht in Abrede stellen wolle er die hervorragende Jugendarbeit, "sie ist löblich und unterstützungswürdig", sagte Bürgermeister Bieniger. Da seien aber noch Fragen offen geblieben, wie das Minus von 10 000 Euro in der Kasse, die Vorfinanzierung des Zuschusses vom Sportbund, der Brauerei -Biervertrag, die Eigenleistung und anderes. Dies sollte noch genauer dargelegt werden, so Bieniger.

Überarbeitetes Konzept wurde am 8. Januar vorgelegt
Am 8.Januar legten die Sportfreunde dann ein überarbeitetes Konzept vor, mit einer Kostenermittlung von 320 000 Euro und einem Finanzierungsplan. Sie rechnen an Einnahmen aus Eigenleistung, aus Patenschaften, von Sponsoren, einem Biervertrag und einem Zuschuss vom Sportbund (67 000 Euro), mit (Eigen-)Mitteln von 204 000 Euro. Von der Gemeinde erhoffen sie sich 67 000 Euro, so dass 274 000 Euro abgedeckt wären. Für die offenen 46 000 Euro bitten sie die Gemeinde um eine Ausfallbürgschaft.

Damit gab die Mehrheit im Gemeinderat sich aber nicht zufrieden: Die Sportfreunde müssen für mehr Einnahmen sorgen, den Brauereivertrag abklären, Zusagen für Patenschaften vorlegen, also noch ein paar Hausaufgaben machen. Pirmin Wißler (CDU) lobte zuerst einmal die Jugendarbeit der Sportfreunde, bevor er mit anderen Vereinen verglich: "Nie ist Geld in diesem Umfang geflossen", sagte er. Dazu fehle es an Eigenkapital, Wißler: "10 000 Euro Schulden sind eine schwache Grundlage" und er glaubt, "dass die Gemeinde 2009 keine 67 000 Euro stemmen kann". Im Herbst solle noch einmal darüber geredet werden.

Von ganz anderer Warte aus sah Herbert Reich (FWV) die Sache. Es werde nicht den Sportfreunden ein Zuschuss gewährt, sondern die Gemeinde schaffe Eigentum und verbessere damit die Infrastruktur für die Jugend. Es sei eine Investition für den Sportbetrieb, deren Notwendigkeit nachgewiesen sei, um den Rasenplatz vor weiteren Belastungen zu bewahren. Die Sportfreunde hätten einen soliden Finanzplan vorgelegt, "werden aber den Kunstrasenplatz nur bauen, wenn die Finanzierung möglich ist". Deshalb plädiere er dafür, die 67 000 Euro zu gewähren nach den Bedingungen des ausgearbeiteten Finanzrahmens. "Die Aufnahme der 67 000 Euro in den Haushaltsplan sollte möglich sein", sagte Reich, mit Blick auf die "Attraktivität von Winden als familienfreundliche Gemeinde". Unterstützung fand er fürs Erste bei Pia Lach (SPD). Sie sieht die Gemeinde in der Pflicht, die Infrastruktur für die Sportfreunde zu schaffen. Allerdings hielt sie die Vorlage des Vereins auch nicht für optimal, das neue Beitragssystem sollte abgeschlossen sein und die Sponsorenliste vollständig. Der Antrag solle im Laufe des Jahres überarbeitet werden, schlug Lach vor, die will, "dass die Gemeinde sich in dieses Projekt einbringt". Sie sei unbedingt für die Schaffung des Kunstrasenplatzes. Sonst habe die Gemeinde eh’ nicht viel anzubieten für die Jugend, meinte Lach.

"Bauchweh" bei der Finanzierung
Auch sie habe "Bauchweh" bei der Finanzierung, meinte Franka Weis, (SPD). Sollte der Platz verwirklicht werden, müsse er auch der Öffentlichkeit zugänglich sein. Willi Eble (FWV) stellt den sozialen Aspekt in den Vordergrund: "Die Sportfreunde schaffen sinnvolle Freizeitgestaltung für die Jugend". Auch für Martin Krieg (CDU) sind noch einige Fragen der Finanzierung offen, aber Herbert Reich hätte gerne eine definitive Zusage der Gemeinde gehabt, als wichtiges Signal für die Sponsoren. "Wenn die Gemeinde sich verschließt, ist das Projekt gestorben", gab Reich zu bedenken. Am Schluss wollte niemand am Ratstisch dagegen sein, wollen alle helfen, aber heute noch keine Aussage über die Höhe des Zuschusses machen. Der Weisheit letzter Schluss kam von Karl Fischer (CDU) "Ich habe keine Stimme dagegen gehört", sagte er. Jetzt sollen die Sportfreunde alles auf Vordermann bringen, dann sehe er kein Problem, wenn das Thema noch einmal auf den Tisch komme.

Niemand sei gegen den Kunstrasenplatz, sagte der Bürgermeister und bat um Verständnis: "67 000 Euro Zuschuss und für 47 000 Euro eine Bürgschaft, das Risiko muss noch erheblich nach unten korrigiert werden.Wir werden den Kunstrasen unterstützen, aber die Sportfreunde müssen selbst aktiv werden, um ihre Finanzen zu verbessern". Ein Minus sei eine schlechte Ausgangssituation, "wenn man so was vor hat". Alles in allem wolle er grünes Licht geben, "die Höhe ist noch offen, bei optimaler Finanzierung kommt die Sache wieder auf die Tagesordnung". Wolfgang Häringer auf der Zuhörerbank hatte kein Verständnis für diese vage Aussage des Rats und SF-Vorsitzender Christian Schnell rechtfertigte den derzeit negativen Kassenstand mit Investitionen. 

 

Autor: em

 
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